|
03.Januar 2012
Offener Brief der Bürgerinitiative "Gegen den Weiterbau der A1 e.V."
an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft
Frau Ministerpräsidentin
40190 Düsseldorf
Betreff: Offener Brief des Bundestagsabgeordneten Seif zur A1
Blankenheim-Lommersdorf, den 3.1.2012
Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin,
der Ihnen von Herrn Bundestagsabgeordneten Seif in den letzten Wochen zugegangene Offene Brief zum Weiterbau der A 1 in der Eifel, kann nicht unwidersprochen bleiben. Es soll der Eindruck erweckt werden, dass der sogenannte Lückenschluss von der gesamten Region getragen wird. Fakt ist, dass das Aktionsbündnis, welches sich jetzt aktiv für den Weiterbau einsetzt, von der GSV, einer Lobbyorganisation der Bau- und Automobilindustrie gesponsert wird. Der Brief spielt bewusst mit Emotionen. Spricht von der Belastung der Anrainer an der B 51. Die geplante Trasse für die A1 führt ebenfalls nicht durch Niemandsland und wird neue Lärmbetroffene nach sich ziehen. Da bei einem Weiterbau der A1 nicht die Absicht besteht, die B 51 zurückzubauen, wird sich die Hoffnung auf eine spürbare Lärmreduzierung nicht erfüllen, da die Lasterkolonnen in Richtung Südwesteuropa bewusst die Route über Luxemburg wählen, wegen der weitaus günstigeren Spritpreise. Die Mär von neuen Gewerbeansiedlungen, aus denen nichts geworden ist, kann an der Parallelautobahn, der A 60, besichtigt werden. Selbst von einer Belebung des Tourismus ist die Rede. Wer will an einer Autobahntrasse Urlaub machen. Nun zur Verkehrssituation. Ausgerechnet die besonderen topographischen Verhältnisse in der Eifel werden als Begründung für den Weiterbau durch ein hochsensibles Gebiet benutzt. Diese Begründung stellt die Dinge auf den Kopf. Die B 51, die von den Gegnern des Weiterbaus als mögliche Alternative genannt wird, berücksichtigt die topographischen Verhältnisse in der Eifel in genialer Weise. Sie folgt der alten Römerstraße zwischen Trier und Köln. Die römischen Straßenbauer verstanden ihr Handwerk. Sie kamen ohne große Brückenbauwerke an ihr Ziel. Bei der geplanten künftigen Trasse der A1 soll genau das Gegenteil praktiziert werden, Brücke an Brücke. Nicht nur, dass die künftige Trasse bei ihrem Bau enorme Mehrkosten verschlingen wird, sie wird auch in Zukunft höhere Unterhaltungskosten in Millionenhöhe verursachen und das bei kollabierenden Staatshaushalten.
Für die Argumente der Gegner des Weiterbaus auf der geplanten Trasse sprechen weitere gewichtige Argumente ökonomischer wie auch ökologischer Art. Das Projekt Ahr 2000, Renaturierung der Ahr und ihrer Nebenbäche, ist heute FFH-Gebiet. Es wurde mit Millionenmitteln des Bundes, des Landes und des Kreises Euskirchen gefördert, die nun in den Sand gesetzt werden. Wasserschutz- und Natura 2000-Gebiete sind unmittelbar betroffen. Mit dem Weiterbau wird unser Naturerbe, zu dessen Schutz sich die europäischen Länder verpflichtet haben, mit Füßen getreten.
Die von Herrn Seif beklagte angebliche Verhinderung der Offenlegung eines Teilstücks von 6 km (Blankenheim/Lommersdorf) durch das Verkehrsministerium kann nur begrüßt werden. Dieses Teilstück hat keinen eigenen Verkehrswert. Was nützt die Genehmigung des Dachgeschosses eines Hauses, wenn die Genehmigung des Daches selbst zweifelhaft ist. Natürlich will man gute Voraussetzungen schaffen für eine Auseinandersetzung vor Gericht.
Herr Seif malt ein Horrorgemälde in Bezug auf die Auslastung der B 51 und spricht sogar von Todesstrecke. Zugegeben, diese vom überregionalen Verkehr frequentierte Straße ist gut ausgelastet. Die erste Staumeldung hat jedoch noch über einen Sender zu gehen. Diese Trasse ist im umstrittenen Teilstück Autobahnende Blankenheim - Prüm (Anschluss A 60) 3- bzw. 4spurig ausgebaut. Als gefahrenträchtig kann die jeweils wechselseitige Verjüngung von 2 auf eine Spur angesehen werden. Die Entschärfung der Gefahrenpunkte durch Aufwertung dieses Teilstücks zu einer 4spurigen Trasse dürfte ökologisch wie auch ökonomisch das kleinere Übel sein. Im Zuge des bisherigen Ausbaus wurde bereits ebenfalls sehr viel in den Lärmschutz investiert. Zum Schluss, die Befürworter des Weiterbaus argumentieren, dass durch den Weiterbau der A 1 der Durchgangsverkehr aus engen Dorfstraßen herausgehalten wird. Der überregionale, insbesondere der europäische Durchgangsverkehr hat sich weder in der Vergangenheit noch heute den Weg durch enge Dorfstraßen gesucht. Fakt ist, die Menschen in den belasteten Ortschaften leiden an den Auswirkungen des Regionalverkehrs. Die Lösung hierfür wird nicht durch den Weiterbau der A 1, sondern vor Ort durch Umgehungsstraßen zu leisten sein.
Mit freundlichen Grüßen
Hanna Sigel
z. Kts. Herrn Horst Becker, parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium NRW
Antwortschreiben vom 13.Januar 2012
|
![]()
Unterstützen Sie uns - Baustopp A1 !!
![]() Übersicht der einzelnen Claims, die Sie für sich reservieren, bzw. abstecken können Wozu diese Aktion ?
Wer kann Goldgräber werden ?
Wie stecke ich mein Claim ab ?
Sie erhalten die Möglichkeit, sich bzw. Ihre Organisation in einem Feld von 8 x 5 cm
Größe gegen eine freiwillige Spende vorzustellen und als Gegner des Weiterbaus zu "outen".
Unser Spendenkonto lautet:
Der von Ihnen eingezahlte Beitrag wird für Prozesskosten verwandt, wenn es zu Klageverfahren kommt. Satzungsgemäß werden möglicherweise verbleibende Vereinsgelder bei Auflösung des Vereins (wenn der Weiterbau verhindert ist) Umweltschutzverbänden zur Verfügung gestellt.
Spekulieren Sie auf eine Zukunft !
Bürgerinitiative " Gegen den Weiterbau der A1 e.V "
[Home]
[Impressum]
[Wir über uns]
[Projekt Ahr 2000]
[Aktivitäten]
[Landkarte]
[Pro & Contra]
[Umwelt]
[Bedrohte Tierwelt]
[Leserbriefe]
[Landschaften vorher-nachher]
[Claims]
[Termine]
[Links]
[e-mail]
|